• X-Arcade SuperGun Conversion

    Posted on by zyx

    Because i get more and more PCBs, i need a SuperGun in my lab for testing purposes. I had an X-Arcade Solo Controller and a Commodore 1081 CRT available, so i thought this would be an ideal start for this project.

    The space in the X-Arcade Controller is very limited. So the Motto was: „a highly integrated method of construction“ as you can see in the next picture 😉 It took a while to do all the cabling work.

    Because the PSU was too tall to fit in the X-Arcade i had to lift the encasing a little bit. But no problem, X-Arcade mounted the encasing with brackets, so adding a few washers did the job as you can see in the next picture:

    This will also help to keep the PSU cool, so no disadvantage anyway. You can see also the service and credit buttons and the test switch.

    For the convenience i added a remote Pot to regulate the voltage.

    A simple PC Speaker will do the trick for testing the pcb’s sound.

    Added a Fuse and a integrated mains filter to eliminate any noise into the power net. We don’t want any troubles with our neighbors 😉 Then i modified a Scart Adapter and a IEC power connector and there you go:

    All in all it took us a while to assemble this SuperGun, but the outcome is worth the time 😉 Thanks to Andy for helping me!


  • X-Arcade MAK Conversion

    Weil immer mehr Platinen in meinem Lager landen, wirds wohl Zeit mir eine MAK zu bauen. Sinnvollerweise sollte sie all die Feinheiten bieten, die eine kommerzielle MAK auch bietet. Da ich einen Commodore 1081 und einen X-Arcade Controller im Fundus hatte, war es naheliegend dies auch für mein Projekt zu verwenden. Allerdings ist der Platz im Innenraum des Joystick, naja sagen wir mal ziemlich begrenzt. Hochintegrierte Bauweise ist also angesagt 😉

    Bauteileliste:

    Jamma Stecker    (Eh klar!)
    Netzfilter              (Leute sollen im Haus ja noch Radio hören können ^^)
    Voltmeter             (5 Volt)
    PC Lautsprecher  (für Ton, was sonst 😉 )
    Taster                  (Test, Service, Coin)
    Switch  ON/OFF   (Strom, dauerhaften Testmode)
    Poti                     (Aus NT herausgeführt für bequemes Anpassen der Voltage)
    Litzen                  (Viele, möglichst verschiedenfarbig)

    Erster Punkt war also, ob das Netzteil das ich ebenfalls lagernd hatte, überhaupt ins Gehäuse passt. Wie auf dem nächsten Bild zu sehen ist passt das NT wie eingegossen in den X-Arcade Joystick. Nachteil: Das NT schaut über den Bodenrand hinaus und so musste ich den unteren Teil des Gehäuses etwas anheben. Aber auch kein Problem: X-Arcade hatte den unteren Gehäusekasten recht einfach per Winkel aufs Controlpanel montiert und so konnte das ganze per Beilagscheiben soweit anheben, bis das NT nicht mehr über den Rand hervorsteht. Zudem hat es jetzt den Vorteil, dass das Netzteil besser gekühlt wird, ist doch jetzt ein kleiner Luftspalt vorhanden.

    Soweit so gut. Endlich hatte ich auch mal einen Grund mir einen Satz Litzen zu besorgen und so wurden mehrere hundert Meter verschiedenfarbige 0.5er und 1.5mm2 LappLitzen angeschafft. Im nachhinein würde ich mir heute eher die 0,25 zulegen, da mir die 0,5er für die Steuerungsverkabelung leicht überdimensioniert vorkommen und der Platz ohnehin knapp ist.

    Als nächstes ist das Gehäuse vorzubereiten, also die ganzen Bohrungen für Taster, Switch, Voltmeter usw. Its all about Dremel und Standbohrmaschine 😉 Leider hab ich beim ausfräsen des Lochs fürs Voltmeter bald das halbe Gehäuse durchgebrochen, aber nix was sich nicht mit etwas Heißkleber und Lack richten ließe.

    Dann der größte Anteil an Arbeit: Die Verkabelung. Jammabelegung aus Internet besorgt und ran ans Werk. Paar Stunden gehen da schon drauf, vor allem weil der Platz im Gehäuse kaum Spielraum lässt und man grad keine japanische Hand zur Hand hat 😉

    Ich wollt ja eigentlich rumjammern, weil die Verkabelung eine recht fummelige Arbeit war, aber ein lieber Forenmember hat dann folgenden Link gepostet:  Link (etwas nach unten scrollen)

    Und damit hat sich das rumgeheule dann auch erledigt, danke 😛 Im Ernst, was damals geleistet wurde ist schon WIRKLICH irre, da sind unglaubliche Mannstunden drin vergraben. Teppichknüpfen für Fortgeschrittene. Auf die Idee hätte man damals kommen müssen: Nicht das olle Stricken ala Oma, nein Ringspeicher knüpfen ist das neue Stricken ^^

    Also, Masse daisychained, Taster und ON/OFF Switches eingebaut, und Messleitung direkt im Gehäuse fürs Voltmeter abgegriffen. Schlechte Idee da die Verlustleistung ca. 0,5 V beträgt. Also musste ich das nochmals begradigen und die Messleitung direkt vom Jammastecker abzweigen. Weiters einen Switch integriert damit zwischen 5 und 12V umgeschalten werden kann. Kurz überlegt, ob es sich rentiert, noch ein Kombi Volt/Ampere Meter zu bestellen.. Mal schauen ob das die gleichen Maße hat. Hab die Idee inzwischen verworfen, da die 5V ausreichend sind. Sollte man wirklich mal die 12V brauchen werden die einfach per DMM ausgemessen.

    Als nächstes war der PC Lautsprecher zu integrieren. Kleine Anekdote: In diesem Zuge war eine Gals Panic meine „Testplatine“. Also PC Lautsprecher in die MAK integriert, Pin 10 von Jamma Parts Side angeschlossen und Masse im Gehäuse abgegriffen => läuft. Ok, Masse daisychained, MAK ein => Kein Ton??? Massefehler? Also wieder auf die MAK, nocheinmal testweise Masse woanders abgegriffen Ton => Läuft.. Wackler? Egal. Geht ja jetzt. Masse angeschlossen MAK ein = Wieder kein Ton??!!!! Gibts ja ned..
    Das Spiel ist noch einmal so gegangen, dann bin ich selber draufgekommen: Der LS funktionert erst wenn man nach dem einschalten die Masse einmal trennt. Das ist natürlich nicht wirklich praktikabel. Wieder was gelernt: Im Forum hatte Astrocade und mikemcbike mir erklärt das:

    „Amps sind einseitig massebezogen (die meisten), manche sind Gegentaktstufen (z.b Konami Custom) und manche sind Stereo (zwei getrennte einseitig massebezogene Ausgänge)

    Also nicht einfach Masse von der daisychain abgreifen, sondern da wo sie herkommt, in diesem Fall von Jammastecker Pin L.. ! Wieder was gelernt!

    Glück im Unglück hatte ich also ich mit der MAK fertig war… Bei einem Testlauf fiel mir plötzlich auf, dass das Voltmeter statt 5 plötzlich 11 Volt anzeigte. Nanu? Was’n jetzt wieder los???!!!! Nochmal aus und eingeschalten, wieder 5V. So ganz traute ich dem aber nicht, also nochmals die selbe Prozedur und wieder 11V. Diesemal fing auch der Remote Poti an zu riechen. Na toll. Wird doch nicht etwa der 110/220V Schalter verrutscht sein. Alles wieder raus, Schalter überprüft, ist ordnungsgemäß auf 220V. Das Ding hat wohl einen Fehler in der 110/220V Schaltung. Glück gehabt das ich nicht 2 oder 3 Platinen gegrillt habe, da hat sich das Voltmeter gleich ausgezahlt 😉

    Alles im allem eine sehr schönes Projekt, wo am Ende eine echt coole MAK herausgekommen ist. Macht was her auf der Werkbank 😉 Danke an Andy, der mir mit Rat und Tat zu Seite stand. Und natürlich auch an X-Arcade bzw. Jan. Der hatte mir das Teil mal vor Jahren überlassen.


  • Novomatic Steckersystem

    Posted on by zyx

    Der 50 polige SUB-D-Stecker (Novomatic):

    Eine andere Variante der Steckerbelegung ist der 50-polige SUB-D-Stecker, wie er in frühen Novomatic Geräten (siehe Index) zu finden ist. Eingeführt wurde er spätestens 1983. Angenehm Hand zu haben und verpolungssicher. War aber zum Verkabeln in großem Umfang wahrscheinlich recht teuer. In vielen Novomatic-Gehäusen ist ein Adapter aufs System Austria zu finden:

    DSCN1589

    50 pol. Funktion 44 pol.
    1 GND 1/A
    2 KEY
    3 P1 Right 15
    4 P1 Left S
    5 P1 Up 16
    6 P1 Down T
    7 P2 Right 17
    8 P2 Left U
    9 P2 Up 18
    10 P2 Down V
    11 Coin 1 K
    12 Coin 2(?) (10)
    13 P1 Start 11
    14 P2 Start 12
    15 P1 A 13
    16 P2 A 14
    17 +5V 4/D
    18 GND 2/B
    19 KEY
    20 P1 B P
    21 P2 B R
    22 P1 C L
    23 Tisch/Stand M
    24 Test switch(?) (Z)
    25 P2 C(?) (N)
    26 KEY
    27 (-12V?/Counter?)
    28 (-12V?/Counter?)
    29 KEY
    30 NC
    31 (-12V?/Counter?)
    32 (-12V?/Counter?)
    33 5V 4/D
    34 GND (Video) 21(3/C)
    35 NC(?)
    36 Video Sync C
    37 Video Red 19
    38 Video Blue 20
    39 Video Green W
    40 KEY (Tilt geräteseitig bei Starline Gehäusen)
    41 SPK- Y
    42 SPK+ 22
    43 KEY
    44 -5V 6/F
    45 -5V 6/F
    46 NC
    47 12V 5/E
    48 12V 5/E
    49 NC
    50 5V 4/D
    KEY…fehlender Kontakt
    NC…not connected, leer

    sd50-m

    Steckerseite (male)

    sd50-f

    Buchsenseite (female)


  • TAB Einschubsystem

    Posted on by zyx

    DSCN0932

    DSCN0936

    Zum Vergleich Cabaret-Gigant:

    Von den Maßen her identisch, besitzen die Einschübe unterschiedliche Ausstattung. Am Cabaret-Einschub befinden sich unter anderem Lautsprecher und Lautstärkeregler, die beim Gigant im Fach hinter der Münzprüfertür verbaut wurden. Beim Gigant fehlt außerdem der Monitortrafo, denn der Monitor wird nun direkt vom Netz versorgt. Wie unten auch zu sehen ist, wurden andere Joysticks im Cabaret verwendet, die kompliziert über angeschweißte Gewinde und Rahmen befestigt sind (nicht wirklich elegant..). Besondere Merkmale beim C.-Einschub sind außerdem kleine angeschweisste Metall-Ecken an der Einschuboberseite (zur Abdichtung?) und Lüftungsschlitze in der Faserplatte.

    DSCN0940

    DSCN0945

    Hier zu sehen die Rückwand des Cabaret-Einschubes mit den Mate-N-Lock (MNL) Steckverbindern, wie sie von TAB viel verwendet wurden. Die Verkabelung ist fast weitgehend identisch, auch die Kabelfarben. Detaillierte Info zu finden bei den Downloads auf der Gigant-Seite.


  • TAB Gigant

    Posted on by zyx

    gigant_frei

    Übersicht
    Name: Gigant
    Hersteller: TAB Austria
    Herstelljahr: ca. 1990-1991
    Typ: Universal-Standgerät
    produzierte Einheiten: hoher 3-stelliger Bereich (geschätzt)
    Maße (HxBxT): 177x67x75 cm
    Gewicht: 100+ kg ??
    Monitor-Orientierung: händisch drehbar (v/h)
    Monitorchassis: Intervideo Chassis für LS250, LS280 und LS330
    Bildröhre: Philips A59EAK01X01 – 23″ und Videocolor A59ECY13X01 – 23″
    Lautsprecher: 1 x 8 Ohm, ca. 4 Watt
    Spieler: 2
    Joysticks/Taster: – je Spieler 8-Wege Joystick (Marke..), 3 x Feuertasten, 1 x Starttaste, alles rechteckige Leuchttaster (ohne Beleuchtung)
    – einige Modelle wurden mit Spielwechseltaste für Neo-Geo nachgerüstet (wahrscheinlich bei Aufstellern)
    verschiedene Bauarten: Variante mit 2 Lautsprechern statt 1, allerdings mono verkabelt, Hauptschalter hat andere Lage.
    Erweiterbarkeit: Lenkrad + Pedale (siehe Downloads)
    Anschlüsse: Buchse für TAB-Stecker, über Adapter auch JAMMA-Platinen
    Besondere Merkmale: – Spanplatten-Konstruktion, beschichtet mit Arbeitsplatten-ähnlichem Material.
    – Einschubsystem kompatibel zum TAB Cabaret.
    Beleuchtung: 18 Watt Leuchtstoffröhre
    Kreditplatine: – funktioniert auch ohne Kreditplatine
    -„einfache“ Kreditplatine (Merkblatt siehe Downloads)
    -„doppelte“ Kreditplatine (mit Auswerteplatine und 5V-Anzeige) – fehleranfällig wegen Batterie!

    Downloads:

    tab_verdrahtung_gigant tab_cabaret_gigant tab_e_s_autofahrer tab_kreditplatine intervideo

    Inbetriebnahme

    Auf der Rückseite des Automaten befindet sich eine Kombi aus Kaltgeräte-Buchse, Netzfilter und Ein-Ausschalter. Der Schalter kontrolliert die Stromversorgung der Marquee-Beleuchtung und des Einschubs. Normalerweise wird der Automat also über diesen Hauptschalter bedient.

    DSCN0911

    Der Standardeinschub mit JAMMA-Adapter, zu erkennen auch eine „erweiterte“ Münzprüfplatine und ein zusätzliches Versorgungskabel für hungrige Platinen

    Der Einschub (engl. slide out) ist das Herz des Automaten: Es handelt sich um eine Faserplatte mit einer Frontseite aus Metall, darauf ist das Spielpaneel mit den Joysticks und Tastern. Am hinteren Ende der Platte befindet sich eine breite Metallwand, auf der wiederum alle Aufnahmegehäuse der Verkabelung, Schalter, Kreditplatine und Steckleiste für die Spielplatine befestigt werden. Weitere Teile auf dem Einschub sind das Netzteil und die Kabelkanäle.

    Der Schalter des Einschubs ist für Monitor und Netzteil da, es muss also zum Wechseln der Spielplatine nur dieser Schalter bedient werden. Zum Thema Spielplatine: Standardmäßig ist eine Steckleiste montiert, die 22 Pole breit ist – das sogenannte TAB Austria-System. Alle Giganten, die mir bis jetzt untergekommen sind, hatten auch gleich einen Adapter auf JAMMA dabei. Dieser ist ist oft dermaßen konstruiert, dass zusätzlich 5V, 12V und Masse direkt vom Netzteil zur Steckbuchse geführt werden und damit der TAB-Stecker entlastet wird. Außerdem ist die möglicherweise vorhandene Spielwechseltaste mit der Taste 5 (Spieler 1) an der JAMMA-Buchse verbunden.

    Die Spielplatinen wurden früher auf der Platte festgeschraubt, das ist aber aus meiner Sicht nicht mehr nötig, zumal auch die Platte jedesmal mehr verunstaltet wird.

    Zum Einschubsystem von TAB gibt es eine separate Seite.

    Der Gigant kann komplett von vorne eingestellt werden. Nur für Feinjustierung der Farben/Geometrie muss die hintere Abdeckung aufgemacht werden. Die unterste vordere Tür enthält natürlich den Münzbehälter. Oberhalb davon ist die Münzprüfertür, hinter dieser befinden sich normalerweise:

    • die Monitorfernbedienung (Einstellung siehe Intervideo-Handbuch)
    • der Lautstärkeregler (im Uhrzeigersinn gedreht, wird’s lauter)
    • das Münzzählwerk (per Taste rückstellbar)
    • 1-2 Münzprüfer
    • eine 25 polige SUB-D Buchse für die Bedienung der Auswerteplatine (falls vorhanden)
    • die Fixierung für den Einschub: diese muss vor Herausziehen des Einschubes logischerweise gelöst werden.

    DSCN0915

    Installation einer Spielplatine

    Um also das erste Mal eine (neue) Spielplatine zu installieren, ist folgende Vorgehensweise zu empfehlen:

    1. hinteren Schalter ausschalten, oder falls unsicher, welche Stellung Ein oder Aus ist, gleich das Kabel rausziehen – dieser Schritt ist nur bei Anfängern anzuraten, die absolut sicher gehen wollen, dass sie beim Hantieren im Gerät keinen elektrischen Schlag abbekommen.
    2. Falls sich Einschub nicht herausziehen lässt, Münzprüfer-Tür öffnen und Verriegelung für Einschub öffnen.
    3. Einschub fast ganz herausziehen (schräg nach oben, kann an Joysticks oder an der Unterseite gehalten werden) und dann in waagrechter Lage zum Fixieren zurückschieben
    4. Falls nicht schon der Hauptschalter ausgeschaltet wurde, jetzt den Schalter am Einschub in die Aus-Stellung bringen – hinter die Metallwand greifen und den Schalter nach rechts drücken.
    5. alte Platine herausnehmen und neue einstecken. Vorsicht: zwar gibt es einige Platinen, die einen Sicherheitsstecker haben, also verpolungssicher sind, bei der überwiegenden Mehrheit trifft das aber nicht zu. Also aufpassen, dass die Masse und Stromversorgungskontakte auch wirklich auf der Seite mit den schwarzen und roten Kabeln sind. Einige Stecker und Buchsen wurden mit Klebepunkten markiert, das hilft beim Auswechseln – trotzdem: immer genau schauen, sonst frittiert Ihr ein 1-2 ICs und wundert Euch danach dass ein paar Taster nicht gehen. Auch die deckungsgleiche Ausrichtung der Kontakte an Buchsen und Fingerboards ist wichtig. (Hier die Seite zu den Steckverbindersystemen.)
    6. Um die Spielplatine und den Automaten zu schonen, am Besten Karton oder Schaumfolie unter die Platine legen.
    7. Probehalber kann jetzt eingeschaltet werden.
    8. Zuallererst die +5 V direkt an der Platine überprüfen. Wenn die Spannung zu hoch oder zu niedrig ist, muss das Netzteil dementsprechend justiert werden. Oft kommt es vor, dass der Adapter einen zu großen Widerstand darstellt. In diesem Fall sollte man zusätzliche Stromversorgungskabel anlöten. Das erste Indiz für so eine Situation ist ein warmer Adapter (Verlustwärme). Außerdem entstehen bei zu niedriger Spannung an der Platine auch kleine Grafikfehler, flimmernde Pixel, Sprites, etc.
      Wenn Euch Eure Platinen wirklich viel wert sind, dann solltet ihr das Netzteil auf Vertrauenswürdigkeit überprüfen (kratzt 5V-Poti? Verhalten bei Kurzschluss?).
    9. Es sollte ein Bild zu sehen sein. Wenn dieses rollt, muss der Vertical oder Horizontal Hold zuerst über die Monitorfernbedienung justiert werden. (Auf der Intervideo Fernsteuerung als H. Freq und V. Freq. gekennzeichnet)
    10. Das Spiel testen: Credits bekommt Ihr auf eine der folgenden Arten: Münze einwerfen, Münzkontakt schließen, Service Schalter auf Platine oder auf Münzprüferplatine (falls vorhanden) drücken. Evtl. über Testmodus kompl. Funktion checken.
    11. Wenn alles geht, den Einschub wieder vorsichtig versenken. Falls 2 Leute auf dem Gerät spielen und ein bisschen mehr als sonst an den Joysticks herumgerissen wird, am besten den Einschub mit dem Spanner fixieren.
    12. Spielen…
    13. Zum Ausschalten den Hauptschalter verwenden.

    Variante mit NeoGeo Mini-Marquees

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    Wie im untersten Bild zu sehen ist, wurden Holzrahmen+Halterung anscheinend nachträglich eingebaut, mir ist noch unklar, ob von Hersteller- oder Aufstellerseite. Diese Art der Umrüstung dürfte eher selten sein. Das Standardmarquee ist natürlich nicht mehr auf dem Sicherheitsglas.

    Meine persönliche Meinung zum Giganten:

    Was diesen Automaten so besonders macht, ist das geniale Design. Zwar haben andere vergleichbare Standgeräte dieser Generation vielleicht Features wie eine leichter drehbare Monitorhalterung, aber den besten Mittelweg geht noch immer der Gigant. Er ist relativ leicht und auch allein zu transportieren (mit einer Rodel).

    Die Bildröhre ist nicht zu groß mit 23″ (aber knapp davor – 19″ rules!) und nicht zu klein. (Anmerkung: Die Amis messen die Röhrengröße anders – wahrscheinlich nehmen sie den Rand dazu, daher könnte man zur Röhre auch 24- oder 25-Zöller sagen. )

    Einer der größten Pluspunkte des Giganten ist sicherlich die austauschbare Spielfläche (Panel) aus Plastik/Acrylglas. Dieses Feature haben wohl nur wenige Automaten in unseren Breiten und genau das macht den Giganten prädestiniert für ein Upgrade auf 4 (Neo-Geo), 5 (MK) oder 6 (SF2+) Tasten. Das Panel kann natürlich auch auf der Unterseite bemalt oder besprayt werden.

    Durch das Einschubsystem ist es außerdem möglich, mehrere Einschübe für unterschiedliche Konfigurationen zu verwenden. Es wäre denkbar, einen Einschub für nur einen Spieler zB mit 6+ Tasten und Spinner und/oder Trackball auszustatten, einen anderen als Autofahrer mit Lenkrad und Schaltung, und noch einen dritten für 2 Spieler mit je 4-6 Tastern als Standardpanel.

    Zum Aussehen: Abgesehen von modernen Schönheiten aus Plastik wie dem Naomi Universal Cab ist der Gigant wohl einer der wenigen, der mit seinem Aussehen wohnzimmertauglich ist.

    Als kleinen Minuspunkt möchte ich auch nicht verschweigen, dass die zum Spieler hin abgeschrägte Spielfläche gewöhnungsbedürftig ist (anders zB als der Magnum oder die Plastik-Riesen Naomi etc.). Diesem Manko kann man mit den richtigen Tastern und einem ergonomischen Layout derselben beikommen. Außerdem ist es schade, dass TAB nicht eine andere Lösung für den Marquee erdacht hat. Jemand, der den roten Gigant-Schriftzug nicht mehr sehen kann, kann diesen vom Sicherheitsglas ablösen – das allerdings ist eine permanente Modifikation, denn es handelt sich um eine sehr dünnes und leicht zerstörbare Klebefolie (dieselbe wie unter dem Originalpanel). Bleibt die Frage, was der beste Ersatz für den Original-Marquee ist, ich habe jedenfalls noch nichts anderes probiert.

    DSCN1513

    Variante mit anderen Joysticks/Tastern (und schmutzigem Glas… Danke, W.!)

    Tipps:

    • Vorsicht beim Herausnehmen der oberen Monitor-Abdeckung aus Metall, sonst wird das Gehäuse beschädigt.
    • Die Lücke zwischen Einschub und Glasscheibe sollte auf jeden Fall mit einem Dichtungsstreifen gepolstert sein.

    Drehen des Monitors

    1. Einschub rausziehen und waagrecht parken
    2. mit den Fingerspitzen das Sicherheitsglas leicht anheben und nach außen holen. Da bei oftmaligen Wechsel des Glases der Marquee beschädigt werden kann (die Plastik- oder Holzschiene kratzt auf der Folie), empfehle ich, an den betroffenen Seiten Isolierband aufzukleben.
    3. obere Metallabdeckung herausziehen, auch hier Vorsicht
    4. die große Plastikmaske (Rahmen) herunternehmen und alle Profile entfernen.
    5. Zu den Profilen: Speziell im Hochmonitor-Modus kann es vorkommen, dass die Profile auf den Seiten nicht in den Spalt hineinpassen oder klemmen. In diesem Fall mit einer Schulter und dem anderen Arm die Seitenwände leicht auseinanderspreizen, dann kann man mit der freien Hand die Profile leichter rein- oder rausdrücken.
    6. Jetzt kann der Monitor herausgehoben werden. Davor könnte man den Monitor komplett abstecken (Strom, Signal, Fernsteuerung). Wer die Prozedur zum ersten Mal durchführt, sollte das auch tun. Das Rausheben bitte nur kräftigen Personen überlassen: Zuerst den Monitorrahmen nach vorne klappen, dann unten und oben angreifen und heben. Der Rahmen kann auf den Einschubrändern abgestellt werden (dabei riskiert man Beschädigungen des Kunststoff-Profils)
    7. Jetzt den Monitor in der genwünschten Ausrichtung wieder einsetzen. (für vertikale Spiele empfehle ich ROR, also von vorne gesehen 90 Grad nach rechts rotiert)
    8. Die seitlichen Metallprofile wieder einsetzen, mit der Aussparung nach obenDSCN1669
    9. Bei Hochmonitor notwendig, um alles Licht von der Leuchtstoffröhre abzublocken: das Metallprofil, das uU über der Röhre eingeklemmt war. Es wird nun von hinten her über die beiden seitlichen Profile drübergeschoben, die jetzt als Stütze dienen. (Diesen Schritt kann man bei horizontalem Monitor überspringen bzw. das Querprofil oben in die Spangen einschieben):DSCN1668
    10. Kunststoffmaske drauflegen.
    11. Oberen Metalleinschub einbauen.
    12. Glas einbauen
    13. Wenn bei eingeschalteter Röhre unterhalb des Marquees störendes Licht austritt, kann man die Löcher mit schwarzem Isolierband auf der Glasrückseite abdecken.

     


  • TAB Steckersystem

    Posted on by zyx

    Der 44-polige Systemstecker (Ö)

    Die „TAB“ Standard-Steckerbelegung wurde 1982 eingeführt und noch im gleichen Jahr von „Josef Öhlinger“ (später Funworld), sowie „Josef Zaunmayr“ (später Impera) übernommen. Allmählich zogen alle österreichischen Automatenbereiber nach und rüsteten ihre Geräte auf dieses einheitliche Adaptersystem um. Erst kurz vor 1990 setzte sich in Österreich bei Neugeräten die Yamma Belegung durch, TAB und Funworld verkaufte damals noch weiterhin zahlreiche Spielplatinen mit „TAB“ Standard-Steckerbelegung!

    Er unterscheidet sich vom Jamma System durch die Anzahl der Kontakte (eine Seite hat 22 statt 28 Kontakte) und natürlich durch die Belegung. Der JAMMA Standard verwendet zusätzlich Kontakt 7 als Key und unterstützt bis zu 4 (theoretisch 5) Feuertasten. Fast alle Platinen der späten 80er und der 90er sind für JAMMA-Buchsen vorgesehen. Aus diesem Grund ist daher auch in den meisten TAB Giganten ein JAMMA Adapter eingebaut. Alle früheren Platinen, die in Österreich im Umlauf sind/waren, wurden fürs österreichische System modifiziert, entweder mit einem steckbaren Adapter oder direkt auf der Platine gelötetem Kabelsatz (am häufigsten anzutreffen).

    Zur Veranschaulichung unterhalb ein Foto von einer Hatris Platine (bootleg). Eigentlich für JAMMA ausgelegt, wurde ein 44-poliger Adapter angelötet. Die A5-Klarsichthülle wurde mit Kabelbindern befestigt. Sie enthält meistens Information zur Platine wie Aufsteller, Seriennummer, Ort/Dauer der Aufstellung (kaum benutzt), Stromverbrauch, Bildformat, Gerätetyp, Details zu Eingabegeräten, DIP-Schaltern und Belegung.

    DSCN0824

    TAB Austria Systemstecker Belegung:

    Oberseite Lötseite (unten) Belegung Farbe* JAMMA (Part side)*** JAMMA (Solder side)
    1 GND schw 1
    A GND schw A
    2 GND schw 2
    B GND schw B
    3 GND schw 27/28
    C GND schw Ae/Af
    4 + 5V rt 3/4
    D + 5V rt C/D
    5 +12V ge/schw 6
    E +12V ge/schw F
    6 – 5V bl/ws 5
    F – 5V bl/ws E
    7 -12V**** ws/vio n/a
    H -12V**** ws/vio n/a
    8 Zähler 1 gn/bl 8
    J Zähler + (?)**** ge/rt
    9 Zähler 2 gn/rot J
    K Münzschalter 1 gr/rt 16
    10 Münzschalter 2 gr/vio T
    L 1. Spieler Action-3 ws/ge 24
    11 1. Spieler Start ws/schw 17
    M Umschaltung Tisch/Stand**** schw (15?) R,S(?)
    12 2. Spieler Start ge/bl U
    N 2. Spieler Action-3 gn/rt Ab
    13 1. Spieler Action-1 gr/schw 22
    P 1. Spieler Action-2 schw/rt 23
    14 2. Spieler Action-1 ge/vio Z
    R 2. Spieler Action-2 ws/vio Aa
    15 1. Spieler rechts gn/bn 21
    S 1. Spieler links gr/ge 20
    16 1. Spieler auf gr/bn 18
    T 1. Spieler ab gn/vio 19
    17 2. Spieler rechts gr Y
    U 2. Spieler links gn/schw X
    18 2. Spieler auf ws/rt V
    V 2. Spieler ab ws/gr W
    19 Monitor Rot ws/rt 12
    W Monitor Grün gn/schw N
    20 Monitor Blau bl/gr 13
    X Monitor Synchronisierung ws/gr P
    21 Monitor GND** schw 27
    Y Lautsprecher 1- bn/ge L
    22 Lautsprecher 1+ bn/schw 10
    Z Test-Schalter**** ws/bn 15
    *…Farben der Kabel bei TAB (auf Automat- und/oder Platinenseite, sind jedoch nicht immer einheitlich):
    bl Blau
    bn Braun
    ge Gelb
    gn Grün
    gr Grau
    schw Schwarz
    vio Violett
    ws Weiß
    **…Wenn das Bild aus nicht ersichtlichen Gründen verzerrt flimmert und die Farben nicht passen („Massefehler“), kann es teilweise helfen, die Monitormasse mit der Masse der Stromversorgung zu verbinden (Bei JAMMA Platinen öfters ein Problem, daher sollte gleich der Adapter dementsprechend modifiziert werden).
    ***…Zu-JAMMA Belegung unvollständig, weil nicht alle Kontakte und deren tatsächliche praktische Verwendung endgültig geklärt sind (Zähler+, Umschaltung Tisch/Stand).
    ****…nie verwendet.

     

    Ab Markteinführung von Arcade Platinen mit Stereo Verstärker, bzw. 3 Funktionstasten (Hyper Olympic) wurde die Steckerbelegung erweitert und die minus 5 bzw. -12 Volt Stromversorgung wegrationalisiert. Bei Donkey Kong Junior (welcher damals aktuell war) benötigte man Minus 5 Volt mit 1 Ampere Strom, auch ältere Konami Platinen brauchen Minus 5 Volt für Operationsverstärker im Soundteil!

    Arcade Platinen mit über 4,5 Ampere Stromaufnahme an Plus 5 Volt wurden über einen zusätzlichen AMP Mat-n Look Stecker versorgt, die zwei verzinnten 3,96mm Pins sind andernfalls hoffnungslos ausgebrannt. Das war unter anderem ein Problem von Funworld Arcade Platinen, wo man oft bei Reparaturarbeiten ein zusätzliches dickes Versorgungskabel an die Platine lötete!

    PS: Die verzinnten Connectorleisten, sollen regelmäßig mit einen blauen „Pelikan“ Radiergummi gereinigt werden, andernfalls gibt es gröbere Kontaktprobleme!

    Der einzige Verpolungsschutz ist (falls überhaupt vorhanden) ein aufgeklebter Punkt, der die Kontakte der Spannungszufuhr markiert. Ich empfehle allen Sammlern und solchen die, es werden möchten, diese „Tradition“ weiterzuführen.

    Der TAB-Sicherheitsstecker

    Sehr interessant ist der Sicherheitsstecker von TAB Austria. Im Prinzip handelt es sich um einen oben beschriebenen System Austria – Stecker. Mit Hilfe von Optokopplern wird hier die Beschädigung der Platine im Falle des Falsch-herum-Ansteckens vermieden. Ab und zu kommt es nämlich vor, dass der nicht verpolungssichere Stecker verkehrt angesteckt wird, und dann Bauteile wie Bustreiber beschädigt werden. Die Folge eines solchen Unfalles ist (abgesehen von Gestank, vielleicht Rauch und 1-2 heißen Bauteilen) dass ein oder mehrere Taster von der Platine nicht mehr registriert werden.

    Um beschriebenen Zwischenfällen vorzubeugen, hat TAB bei einigen JAMMA-Adaptern und auch Platinen einen Sicherheitsstecker verwendet. Erkennbar ist dieser sofort an ein paar ICs mit der Beschriftung PC817 und einer roten LED, die nur leuchtet, wenn der Stecker richtig angeschlossen ist.

    Hier Fotos von dem Stecker:

    DSCN0820

     

     Oberseite: „TAB Austria Tel. (07229) 459“. Hier zu erkennen auch der oben erwähnte Markierungspunkt (gelb) zur Unterscheidung der Seiten.
     DSCN0821

    Unterseite: „Sicherheitsstecker Et. Nr.: 4141648 (oder 0??)11“


  • TAB Upright

    Hier ein anderes TAB Gehäuse, vermutlich zwischen Cabaret und Gigant anzusiedeln. Das Control Panel und der Einschub gehen hier gerade nach vorne heraus und nicht schräg nach unten, wie bei der TAB Cabaret Version:

    20060823 Videoautomat TAB Hyper Olympic 028_resize

     

    20060823 Videoautomat TAB Hyper Olympic 039_resize


  • Gremlin Industries Teil 3 die Übernahme und ein wenig Sega Geschichte

    In den letzten beiden Teilen haben wir einen Blick auf die frühe Geschichte von Gremlin geworfen und aufgehört, als sie kurz vor der Übernahme durch Sega standen. Bevor wir bei diesem Punkt weitermachen, schauen wir uns aber ein wenig die Sega Geschichte an. Ganz einfach, um einen gesamten geschichtlichen Überblick beider Firmen zu erhalten.
    Sega ging ja aus der Firma Service Games und Rosen Enterprises hervor, aber hier einzutauchen wäre zu langwierig und paßt nicht ganz hierher. Eventuell schreibe ich dafür mal in einem extra Artikel darüber. Wer das nicht abwarten kann, dem empfehle ich das Buch Ultimate History of Video Games von Steven Kent. Dort steht die Entstehunggeschichte von Sega detailliert aufgearbeitet. Wir wollen uns hier aber auf die frühen Jahre von Sega konzentrieren, als sie versuchten im US Markt Fuß zu fassen.

    In den späten 1960er Jahren dominierte Sega in der japanischen Coin-OP (Münzspiel) Industrie, während sie am US Markt nur langsam Fortschritte machten. Der größte Grund dafür dürfte in der damals verbreiteten Piraterie zu suchen sein. Sega exportierte in den Jahren 1966 bis 1970 eine größere Zahl an Spielen nach Amerika und war damit anfänglich recht erfolgreich. Aber der Erfolg währte nicht lange, denn schon kurz nach der Entwicklungszeit und Einführung des Spiels tauchten die ersten ähnlichen basierten Spiele auf, sogenannte Knock-offs. Midways S.A.M.I  z. B. war eigentlich das gleiche Spiel wie Segas Missile. Zusätzlich boten die Copycats die Spiele günstiger an, zumal sie ja auch die Transportkosten von Japan nach Amerika nicht zu tragen hatten und wie bereits erwähnt die Entwicklungskosten einsparten. Nebenbei waren die Bootlegs auch meist von minderer Qualität, was nochmals Kosten einsparte.

    Nach der desaströsen Einführung von JET ROCKET, einem Flugsimulator, zog sich Sega komplett aus dem US Markt zurück. Gemäß David Rosen war aber das JET ROCKET Fiasco, wie er es nannte, nicht der primäre Grund dafür, sondern das in Japan florierende Amusement Casino Geschäft. Zudem konnte man sich alleine schon aus Zeitgründen nicht um den aus ihrer Sicht schwachen US Markt kümmern. Das sollte sich aber bald ändern…

    Kurzer Exkurs zu David Rosen:

    David Rosen ist übrigens auch einer der Schlüsselfiguren des Arcadebusiness, was weitgehend unbekannt ist. Nachdem er im Korea Krieg gedient hatte, war er in Fernost stationiert und probierte dort ins Kunstgeschäft einzusteigen. Viele arbeitslose Künstler porträtierten damals Motive von Fotos. Er gründete also eine Firma, die sich das zum Nutzen machte und sendete Fotos nach Japan, um sie dort porträtieren zu lassen. Als das Geschäft einbrach, entschied er sich, nach Japan zurückzukehren um den Bedarf der Leute genau zu studieren. Zu dieser Zeit brauchte man in Japan bereits überall Fotos für Ausweise. Also z.b für Schulausweise, Rationskarten für Reis, Bahnausweise und vieles mehr. Man muß sich vorstellen, daß in den frühen 50er Jahren Fotostudios eine Menge Geld dafür verlangten und es oft drei oder vier Tage dauerte, bis man das Foto bekam. Er wußte, daß es in Amerika bereits Fotokabinen gab, in denen man vier Fotos für bereits ein paar Cent bekam.

    Diese Fotos hatten aber einen Nachteil: Nach ein oder zwei Jahren verblaßten die Fotos und waren damit für Ausweise unbrauchbar. Eine Haltbarkeit von 4 oder 5 Jahren waren aber Voraussetzung, den japanischen Markt zu bedienen. Er bekam schnell heraus, daß die Kameras in den Fotokabinen ohne Negative arbeiteten. Eine automatische Kamera schoß das Foto und belichtete darauf ein Positivpapier. Wurde bei diesem Prozeß auf die richtige Temperatur geachtet, waren die Fotos länger haltbar. Die damaligen Fotokabinen hatten aber keine Temperaturkontrolle, denn die Hersteller waren nicht an einer langen Lebensdauer interessiert, schließlich dienten die Fotos nur zum Spaß. Eine Temperaturkontrolle war aber damals einfach zu teuer, und so kam er auf eine einfache, wie auch geniale Idee.

    Arbeitskräfte waren nach den Kriegsjahren ja günstig zu haben, und so beließ er die Fotokamera in den Kabinen, platzierte aber dahinter einen Arbeiter, der die Fotos händisch entwickelte. Also kaufte er ein paar alte Fotokabinen, rüstete sie um und schickte diese nach Japan. Innerhalb kürzester Zeit eröffnete er über hundert solcher Kabinen an den verschiedensten Plätzen. Zu manchen Jahreszeiten, gerade wenn viele Schulausweise ausgestellt wurden, war es nicht unüblich, daß man sich bis zu eineinhalb Stunden anstellen mußte, um ein Foto zu bekommen.

    Dieses Business wurde so erfolgreich, daß sich japanische Fotografen genötigt sahen, eine Protestnote ans amerikanische Konsulat zu schicken. Als das Konsulat Rosen um Hilfe bat, bot er ihnen an, die Fotokabinen als Franchise-Unternehmen an andere zu lizenzieren. Laut Rosen war dies auch das erste Franchise Business überhaupt in Japan. Das Franchising brachte anfänglich erkleckliche Einnahmen, rief aber ebenso schnell die Konkurrenz auf den Plan. Obendrein mußte man für jedes importierte Gerät, egal ob man selber Japaner war oder nicht, eine Lizenz vom japanischen Ministerium einholen. Da er auch kein Patent darauf besaß, brachen die Einnahmen schnell ein und er stieg aus diesem Geschäft aus.