X-Arcade MAK Conversion

Weil immer mehr Platinen in meinem Lager landen, wirds wohl Zeit mir eine MAK zu bauen. Sinnvollerweise sollte sie all die Feinheiten bieten, die eine kommerzielle MAK auch bietet. Da ich einen Commodore 1081 und einen X-Arcade Controller im Fundus hatte, war es naheliegend dies auch für mein Projekt zu verwenden. Allerdings ist der Platz im Innenraum des Joystick, naja sagen wir mal ziemlich begrenzt. Hochintegrierte Bauweise ist also angesagt 😉

Bauteileliste:

Jamma Stecker    (Eh klar!)
Netzfilter              (Leute sollen im Haus ja noch Radio hören können ^^)
Voltmeter             (5 Volt)
PC Lautsprecher  (für Ton, was sonst 😉 )
Taster                  (Test, Service, Coin)
Switch  ON/OFF   (Strom, dauerhaften Testmode)
Poti                     (Aus NT herausgeführt für bequemes Anpassen der Voltage)
Litzen                  (Viele, möglichst verschiedenfarbig)

Erster Punkt war also, ob das Netzteil das ich ebenfalls lagernd hatte, überhaupt ins Gehäuse passt. Wie auf dem nächsten Bild zu sehen ist passt das NT wie eingegossen in den X-Arcade Joystick. Nachteil: Das NT schaut über den Bodenrand hinaus und so musste ich den unteren Teil des Gehäuses etwas anheben. Aber auch kein Problem: X-Arcade hatte den unteren Gehäusekasten recht einfach per Winkel aufs Controlpanel montiert und so konnte das ganze per Beilagscheiben soweit anheben, bis das NT nicht mehr über den Rand hervorsteht. Zudem hat es jetzt den Vorteil, dass das Netzteil besser gekühlt wird, ist doch jetzt ein kleiner Luftspalt vorhanden.

Soweit so gut. Endlich hatte ich auch mal einen Grund mir einen Satz Litzen zu besorgen und so wurden mehrere hundert Meter verschiedenfarbige 0.5er und 1.5mm2 LappLitzen angeschafft. Im nachhinein würde ich mir heute eher die 0,25 zulegen, da mir die 0,5er für die Steuerungsverkabelung leicht überdimensioniert vorkommen und der Platz ohnehin knapp ist.

Als nächstes ist das Gehäuse vorzubereiten, also die ganzen Bohrungen für Taster, Switch, Voltmeter usw. Its all about Dremel und Standbohrmaschine 😉 Leider hab ich beim ausfräsen des Lochs fürs Voltmeter bald das halbe Gehäuse durchgebrochen, aber nix was sich nicht mit etwas Heißkleber und Lack richten ließe.

Dann der größte Anteil an Arbeit: Die Verkabelung. Jammabelegung aus Internet besorgt und ran ans Werk. Paar Stunden gehen da schon drauf, vor allem weil der Platz im Gehäuse kaum Spielraum lässt und man grad keine japanische Hand zur Hand hat 😉

Ich wollt ja eigentlich rumjammern, weil die Verkabelung eine recht fummelige Arbeit war, aber ein lieber Forenmember hat dann folgenden Link gepostet:  Link (etwas nach unten scrollen)

Und damit hat sich das rumgeheule dann auch erledigt, danke 😛 Im Ernst, was damals geleistet wurde ist schon WIRKLICH irre, da sind unglaubliche Mannstunden drin vergraben. Teppichknüpfen für Fortgeschrittene. Auf die Idee hätte man damals kommen müssen: Nicht das olle Stricken ala Oma, nein Ringspeicher knüpfen ist das neue Stricken ^^

Also, Masse daisychained, Taster und ON/OFF Switches eingebaut, und Messleitung direkt im Gehäuse fürs Voltmeter abgegriffen. Schlechte Idee da die Verlustleistung ca. 0,5 V beträgt. Also musste ich das nochmals begradigen und die Messleitung direkt vom Jammastecker abzweigen. Weiters einen Switch integriert damit zwischen 5 und 12V umgeschalten werden kann. Kurz überlegt, ob es sich rentiert, noch ein Kombi Volt/Ampere Meter zu bestellen.. Mal schauen ob das die gleichen Maße hat. Hab die Idee inzwischen verworfen, da die 5V ausreichend sind. Sollte man wirklich mal die 12V brauchen werden die einfach per DMM ausgemessen.

Als nächstes war der PC Lautsprecher zu integrieren. Kleine Anekdote: In diesem Zuge war eine Gals Panic meine „Testplatine“. Also PC Lautsprecher in die MAK integriert, Pin 10 von Jamma Parts Side angeschlossen und Masse im Gehäuse abgegriffen => läuft. Ok, Masse daisychained, MAK ein => Kein Ton??? Massefehler? Also wieder auf die MAK, nocheinmal testweise Masse woanders abgegriffen Ton => Läuft.. Wackler? Egal. Geht ja jetzt. Masse angeschlossen MAK ein = Wieder kein Ton??!!!! Gibts ja ned..
Das Spiel ist noch einmal so gegangen, dann bin ich selber draufgekommen: Der LS funktionert erst wenn man nach dem einschalten die Masse einmal trennt. Das ist natürlich nicht wirklich praktikabel. Wieder was gelernt: Im Forum hatte Astrocade und mikemcbike mir erklärt das:

„Amps sind einseitig massebezogen (die meisten), manche sind Gegentaktstufen (z.b Konami Custom) und manche sind Stereo (zwei getrennte einseitig massebezogene Ausgänge)

Also nicht einfach Masse von der daisychain abgreifen, sondern da wo sie herkommt, in diesem Fall von Jammastecker Pin L.. ! Wieder was gelernt!

Glück im Unglück hatte ich also ich mit der MAK fertig war… Bei einem Testlauf fiel mir plötzlich auf, dass das Voltmeter statt 5 plötzlich 11 Volt anzeigte. Nanu? Was’n jetzt wieder los???!!!! Nochmal aus und eingeschalten, wieder 5V. So ganz traute ich dem aber nicht, also nochmals die selbe Prozedur und wieder 11V. Diesemal fing auch der Remote Poti an zu riechen. Na toll. Wird doch nicht etwa der 110/220V Schalter verrutscht sein. Alles wieder raus, Schalter überprüft, ist ordnungsgemäß auf 220V. Das Ding hat wohl einen Fehler in der 110/220V Schaltung. Glück gehabt das ich nicht 2 oder 3 Platinen gegrillt habe, da hat sich das Voltmeter gleich ausgezahlt 😉

Alles im allem eine sehr schönes Projekt, wo am Ende eine echt coole MAK herausgekommen ist. Macht was her auf der Werkbank 😉 Danke an Andy, der mir mit Rat und Tat zu Seite stand. Und natürlich auch an X-Arcade bzw. Jan. Der hatte mir das Teil mal vor Jahren überlassen.


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