TAB Steckersystem

Der 44-polige Systemstecker (Ö)

Die „TAB“ Standard-Steckerbelegung wurde 1982 eingeführt und noch im gleichen Jahr von „Josef Öhlinger“ (später Funworld), sowie „Josef Zaunmayr“ (später Impera) übernommen. Allmählich zogen alle österreichischen Automatenbereiber nach und rüsteten ihre Geräte auf dieses einheitliche Adaptersystem um. Erst kurz vor 1990 setzte sich in Österreich bei Neugeräten die Yamma Belegung durch, TAB und Funworld verkaufte damals noch weiterhin zahlreiche Spielplatinen mit „TAB“ Standard-Steckerbelegung!

Er unterscheidet sich vom Jamma System durch die Anzahl der Kontakte (eine Seite hat 22 statt 28 Kontakte) und natürlich durch die Belegung. Der JAMMA Standard verwendet zusätzlich Kontakt 7 als Key und unterstützt bis zu 4 (theoretisch 5) Feuertasten. Fast alle Platinen der späten 80er und der 90er sind für JAMMA-Buchsen vorgesehen. Aus diesem Grund ist daher auch in den meisten TAB Giganten ein JAMMA Adapter eingebaut. Alle früheren Platinen, die in Österreich im Umlauf sind/waren, wurden fürs österreichische System modifiziert, entweder mit einem steckbaren Adapter oder direkt auf der Platine gelötetem Kabelsatz (am häufigsten anzutreffen).

Zur Veranschaulichung unterhalb ein Foto von einer Hatris Platine (bootleg). Eigentlich für JAMMA ausgelegt, wurde ein 44-poliger Adapter angelötet. Die A5-Klarsichthülle wurde mit Kabelbindern befestigt. Sie enthält meistens Information zur Platine wie Aufsteller, Seriennummer, Ort/Dauer der Aufstellung (kaum benutzt), Stromverbrauch, Bildformat, Gerätetyp, Details zu Eingabegeräten, DIP-Schaltern und Belegung.

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TAB Austria Systemstecker Belegung:

Oberseite Lötseite (unten) Belegung Farbe* JAMMA (Part side)*** JAMMA (Solder side)
1 GND schw 1
A GND schw A
2 GND schw 2
B GND schw B
3 GND schw 27/28
C GND schw Ae/Af
4 + 5V rt 3/4
D + 5V rt C/D
5 +12V ge/schw 6
E +12V ge/schw F
6 – 5V bl/ws 5
F – 5V bl/ws E
7 -12V**** ws/vio n/a
H -12V**** ws/vio n/a
8 Zähler 1 gn/bl 8
J Zähler + (?)**** ge/rt
9 Zähler 2 gn/rot J
K Münzschalter 1 gr/rt 16
10 Münzschalter 2 gr/vio T
L 1. Spieler Action-3 ws/ge 24
11 1. Spieler Start ws/schw 17
M Umschaltung Tisch/Stand**** schw (15?) R,S(?)
12 2. Spieler Start ge/bl U
N 2. Spieler Action-3 gn/rt Ab
13 1. Spieler Action-1 gr/schw 22
P 1. Spieler Action-2 schw/rt 23
14 2. Spieler Action-1 ge/vio Z
R 2. Spieler Action-2 ws/vio Aa
15 1. Spieler rechts gn/bn 21
S 1. Spieler links gr/ge 20
16 1. Spieler auf gr/bn 18
T 1. Spieler ab gn/vio 19
17 2. Spieler rechts gr Y
U 2. Spieler links gn/schw X
18 2. Spieler auf ws/rt V
V 2. Spieler ab ws/gr W
19 Monitor Rot ws/rt 12
W Monitor Grün gn/schw N
20 Monitor Blau bl/gr 13
X Monitor Synchronisierung ws/gr P
21 Monitor GND** schw 27
Y Lautsprecher 1- bn/ge L
22 Lautsprecher 1+ bn/schw 10
Z Test-Schalter**** ws/bn 15
*…Farben der Kabel bei TAB (auf Automat- und/oder Platinenseite, sind jedoch nicht immer einheitlich):
bl Blau
bn Braun
ge Gelb
gn Grün
gr Grau
schw Schwarz
vio Violett
ws Weiß
**…Wenn das Bild aus nicht ersichtlichen Gründen verzerrt flimmert und die Farben nicht passen („Massefehler“), kann es teilweise helfen, die Monitormasse mit der Masse der Stromversorgung zu verbinden (Bei JAMMA Platinen öfters ein Problem, daher sollte gleich der Adapter dementsprechend modifiziert werden).
***…Zu-JAMMA Belegung unvollständig, weil nicht alle Kontakte und deren tatsächliche praktische Verwendung endgültig geklärt sind (Zähler+, Umschaltung Tisch/Stand).
****…nie verwendet.

 

Ab Markteinführung von Arcade Platinen mit Stereo Verstärker, bzw. 3 Funktionstasten (Hyper Olympic) wurde die Steckerbelegung erweitert und die minus 5 bzw. -12 Volt Stromversorgung wegrationalisiert. Bei Donkey Kong Junior (welcher damals aktuell war) benötigte man Minus 5 Volt mit 1 Ampere Strom, auch ältere Konami Platinen brauchen Minus 5 Volt für Operationsverstärker im Soundteil!

Arcade Platinen mit über 4,5 Ampere Stromaufnahme an Plus 5 Volt wurden über einen zusätzlichen AMP Mat-n Look Stecker versorgt, die zwei verzinnten 3,96mm Pins sind andernfalls hoffnungslos ausgebrannt. Das war unter anderem ein Problem von Funworld Arcade Platinen, wo man oft bei Reparaturarbeiten ein zusätzliches dickes Versorgungskabel an die Platine lötete!

PS: Die verzinnten Connectorleisten, sollen regelmäßig mit einen blauen „Pelikan“ Radiergummi gereinigt werden, andernfalls gibt es gröbere Kontaktprobleme!

Der einzige Verpolungsschutz ist (falls überhaupt vorhanden) ein aufgeklebter Punkt, der die Kontakte der Spannungszufuhr markiert. Ich empfehle allen Sammlern und solchen die, es werden möchten, diese „Tradition“ weiterzuführen.

Der TAB-Sicherheitsstecker

Sehr interessant ist der Sicherheitsstecker von TAB Austria. Im Prinzip handelt es sich um einen oben beschriebenen System Austria – Stecker. Mit Hilfe von Optokopplern wird hier die Beschädigung der Platine im Falle des Falsch-herum-Ansteckens vermieden. Ab und zu kommt es nämlich vor, dass der nicht verpolungssichere Stecker verkehrt angesteckt wird, und dann Bauteile wie Bustreiber beschädigt werden. Die Folge eines solchen Unfalles ist (abgesehen von Gestank, vielleicht Rauch und 1-2 heißen Bauteilen) dass ein oder mehrere Taster von der Platine nicht mehr registriert werden.

Um beschriebenen Zwischenfällen vorzubeugen, hat TAB bei einigen JAMMA-Adaptern und auch Platinen einen Sicherheitsstecker verwendet. Erkennbar ist dieser sofort an ein paar ICs mit der Beschriftung PC817 und einer roten LED, die nur leuchtet, wenn der Stecker richtig angeschlossen ist.

Hier Fotos von dem Stecker:

DSCN0820

 

 Oberseite: „TAB Austria Tel. (07229) 459“. Hier zu erkennen auch der oben erwähnte Markierungspunkt (gelb) zur Unterscheidung der Seiten.
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Unterseite: „Sicherheitsstecker Et. Nr.: 4141648 (oder 0??)11“


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